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15 | 08 | 2018
 
 
 

Geplanter EDEKA-Markt am Sandhorster Wald

» Kein Gewerbegebiet im Sandhorster Wald
» Ausbau statt Neubau
» Impressionen eines (noch) intakten Eingangs zum Sandhorster Wald
» Downloads zum Thema
 




Kein Gewerbegebiet im Sandhorster Wald

Auf dem Gelände der jetzigen Gärtnerei Gerdes soll als erster Schritt ein Supermarkt (Vollsortimenter) von bislang geplanten 1500 m² Fläche errichtet werden. Laut Planung sind auf dem Gelände der Gärtnerei die 130 Parkplätze „breiterer Ausführung“ (Bontjer Brief 3/2014) vorgesehen, was eine Komplettversiegelung von 4.000 m² (30 m² pro Stellplatz) bedeuten würde. Für die Zuwegung und das Gebäude selbst würden im ersten Schritt 3000 qm Wald vernichtet und versiegelt.

Wirtschaftliches gegen öffentliches Interesse: Abgesehen von der Funktion des Sandhorster Waldes als Naherholungsgebiet verbietet das niedersächsische Waldgesetz die Dezimierung der Waldflächen und verfolgt im Gegenteil die Strategie der Waldentwicklung (LOEWE). Statistisch gesehen gehört Ostfriesland und der Landkreis Aurich zu den defizitären Gebieten, Waldflächen betreffend, so dass der Verkauf der 3.000 m² Wald durch die Landesforsten auch ein Verstoß gegen das Waldgesetz darstellt, da dies nicht im Interesse des Allgemeinwohls sein kann, zumal an der Wiesenstraße auch die Versorgung gesichert werden kann.

8,5 ha sind unter dem Namen Forstamt Sandhorst seit 1969 Landschaftsschutzgebiet. “Veränderungsverbote zielen darauf ab, den "Charakter" des Gebietes zu erhalten. Land- und Forstwirtschaft können eingeschränkt werden, sofern sie den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen.“ (Bundesnaturschutzgesetz §26) Ein Verstoß wäre gegen die Vorgaben des F-Plans zu Waldrändern mindestens 100 m Abstand zu halten und die Uferbereiche der Sandhorster Ehe frei zu halten.

In unmittelbarer Nähe, schräg gegenüber befindet sich das Mahnmal „Panzergraben“, das an die Zwangsarbeiter und Opfer des 2. Weltkrieges erinnern, die hier im Wald unter unmenschlichen Bedingungen geschuftet haben.

Hinzu kommt, dass die Bäume wichtigen Sauerstoff produzieren; und für Luft und Wasser eine wichtige Filterfunktion erfüllen. Durch die großräumige Versiegelung würde nicht nur das angrenzende Waldgebiet, mit der Moltkebahn sondern auch die unter Schutz stehende Sandhorster Ehe, die das Gebiet durchquert, in Mitleidenschaft gezogen.

Verkehrsanbindung: Die Planung sieht 4000 Kunden pro Woche vor, die sich nicht „durch die Innenstadt quälen müssen.“ Gleichzeitig wird das Linksabbiegen von Wittmund und nach Aurich untersagt. Entsprechend werden sich die zusätzlichen Verkehre über den schon heute stark ausgelasteten Südeweg/Sandhorster Allee sein, zumal laut Herrn Bontjer, viele Unterschriften aus dem Bereich Wallinghausen/Pfalzdorf kämen. (ON vom 3.4.14) Unabhängig von der neu geplanten Einfädelung in den Südeweg bedeutet das eine Verbreiterung des Südewegs selbst und der Sandhorster Allee.

Auf beiden Seiten des Südewegs befindet sich Wald, an der Sandhorster Allee die unter Schutz stehende Moltkebahn, die in Mitleidenschaft gezogen würde. Darauf nimmt die Planung keinen Bezug.

Nahversorgung für wen? Mit einem großen Markt am Südeweg hat nicht nur das Quartier in der Wiesenstraße ihre Nahversorgung verloren. Es gibt auch keine Chance mehr auf SB-Märkte in Plaggenburg oder Tannenhausen. Und selbst in Wallinghausen/Egels stehen die beiden Märkte zur Disposition, wie aus einer früheren Befragung, durchgeführt durch den hiesigen Edeka-Betreiber, zu ersehen ist. So ist eine Nahversorgung in diesen Bereichen ebenfalls nicht mehr gesichert. Um einkaufen zu können, muss der Konsument ein Auto haben. Die verkehrliche Belastung wird also nicht reduziert, sondern verlagert und erhöht.


Ausbau statt Neubau

Wir wollen den Markt an der Wiesenstraße erhalten. Für einen neuen Markt in der Wiesenstraße mit völlig ausreichenden 1.200 m² Verkaufsfläche (Vollsortimenter) spricht, dass dort bereits die versiegelten Grundflächen für Gebäude und Parkplätze vorhanden sind. Die Naturzerstörung und die hohen Kosten für die Verkehrsanbindung am Südeweg können so vermieden werden. Und rund 40 % der Kunden dort kommen aus der nahen Umgebung per Fuß und Rad. Unter dem Aspekt der demografischen Entwicklung einer älter werdenden Bevölkerung und der Abhängigkeit von kurzen Wegen ist der Standort Wiesenstraße daher zu erhalten.

Es wird nicht bei dem Supermarkt bleiben! Es ist absehbar, dass - nach einer gewissen Schamfrist - aus marktwirtschaftlichen Gründen weitere Geschäfte und Märkte hinzukommen werden. Um auf jährliche Umsätze zu kommen, die den Markt auf Dauer rentabel machen, wird ein Sachzwang entstehen, dem sich die Politik nicht entziehen wird.

Man werfe einen Blick in die Gewerbegebiete Süd an der Jadestraße und am Dreekamp. Es gibt bereits entsprechende Verabredungen vom September 2011 (Quelle Hartmut Ukena), dass diese Absicht bereits konkret vorhanden ist. In dem Zusammenhang ist auch der "Lückenschluss" mit dem "Kik" –Billigbekleidungsgeschäft nur ein logischer Schritt und wird sowohl die Allee "Moltkebahn" als auch die Ehe dauerhaft zerstören.

Nachdem nun bekannt geworden ist, dass es Vorabsprachen gab, ist eine sachliche Abwägung nicht mehr gegeben!

Darum fordern wir ein neues transparentes Verfahren.


Impressionen eines (noch) intakten Eingangs zum Sandhorster Wald

   
Und hier soll ein "Konsumtempel" mit einer Verkaufsfläche von 1.500 m² (mit der hohen Wahrscheinlichkeit, in absehbarer Zeit weitere Geschäftsflächen anzusiedeln) sowie einer großen Anzahl von Parkflächen entstehen?
Undenkbar und absolut unverantwortlich!

Veröffentlichung der Bilder mit freundlicher Genehmigung von Bernd Heiken, Aurich [ www.luftbild-aurich.de  ]


Downloads zum Thema


Datei öffnen Nabu: Wald am Südeweg nicht zu ersetzen [ 476.87 kb ]
Datei öffnen Kein Gewerbegebiet im Sandhorster Wald [ 131.4 kb ]
Datei öffnen Offener Brief von Hendrik Siebolds [ 19.01 kb ]
Datei öffnen Offener Brief von Frank Bontjer [ 3221.4 kb ]
Datei öffnen Petition an den Nds. Landtag [ 77.76 kb ]
Datei öffnen Lageplan Standort Südeweg [ 988.25 kb ]
Datei öffnen Lageplan Standort Wiesenstraße [ 483.4 kb ]


 
 


 
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Letzte Aktualisierung: 15.09.2015
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